Als der katastrophale Tag sich endlich den Ende neigte, wollte Tom noch einmal versuchen, ein Gespraech mit seinem Bruder zu fuehren.

Bewaffnet mit einer 2l Colaflasche, einer Tuete Chips und einem grossen Haufen Geduld und innerer Ruhe machte der Dreadhaed sich auf den Weg zu Bills Zimmer, in der Hoffnung, das dieser ueberhaupt da war und sich der ganze Stress ein wenig aufloesen wuerde.

Tom klopfte ruig und gelassen an der weissen Holztuer. Von inenn wurde die Tuer, etwas unsanft, aufgezogen und ein etwas entstellter Bill stand Tom nun gegenueber.

"Was geht denn mit dir?", entwich es Toms Mundwerk, ohne dass er es wirklich gewollt hatte. Bill verdrehte augenblicklich seine braunen Augen und stemmte einen Arm in die Huefte. "Die Frage sollte eher lauten, was du hier willst?", zickte der Schwarzhaarige, da er sich attackiert fuehlte und er ausserdem gerade dabei gestoert wurde, einen neuen Song zu schreiben.

Tom fuehlte sich augenblicklich verunsichert, doch dies wollte er auf gar keinen Fall zeigen. Selbstsicher, wie er denn also sonst auch war, quetsche er sich an seinem Zwilling vorbei und machte es sich auf seinem Bett gemuetlich.

"Darf man seinem eigenen Bruder nun keine gesellschaft mehr leisten?", pampte Tom und verschraenkte seine Hanede demonstrativ hinter seinem Kopf, als wollte er zum Ausdruck bringen, dass er ganz sicher nicht vor hatte, nun wieder zu gehen, weil es Bill vielleicht nicht passte, dass er jetzt reden wollte.

Doch Bill war schlau und er erinnerte sich daran, dass eigentlich Tom derjenige war und noch immer sein sollte, der sauer ist. Schliesslich hatte Bill es heute mit den Produzenten maechtig versaut! Und nicht Tom! Also schloss der Juengere der Beiden die Zimmertuer, versteckte alle seine Unterlagen, die irgendwo auf dem Schreibtisch lagen in irgendeine Mappe und warf sich neben seinen Bruder auf das Bett, welcher bereits am Chips essen war.

"Was warn das?", fragte Tom mit vollem Mund und deutete mit dem Kopf auf den Schreibtisch.

"Was war was?", stellte Bill eine Gegenfrage und griff ebenfalls nach ein paar Chips.

"Na das, was du eben weg gepackt hast..."

"Ach das..."

"Was warn das jetzt?"

"Ach nichts... nichts besonderes!"

"Wie nichts besonderes? Bill, willst du mich verarschen oder so?"

"Nein, man... das war nur n Song... n neuer halt! Ist aber noch total schle-"

"N neuer Song? Zeig mal her!", rief Tom begeistert, sprang auf und griff nach der Mappe, wo er die Zettel gleich rausfuselte und sie Bills Krickeleien ansah.

Bill sefuzte laut. Vor seinem Bruder konnte er auch echt nichts verstecken... oder wenigstens auf spaeter verschieben!

"Thema Nummer Eins?", fragte Tom kritisch und betrachtete die Ueberschrift. Bill zuckte nur die Schulter, nahm sich die Colaflasche und schraubte den Deckel ab.

"ich hatte halt so ne Idee...", verteidigte er sich und nahm einen grossen Schluck Cola.

Tom las ein wenig und kaute nebenbei auf seinem Lippenpiercing herum.

"das ist gar nicht so schlecht, Bill... Nein, das... das ist richtig gut! Hier... diese Passage kannst du umschreiben... dann reimt sich das... sogar fuer alle Maedchen ist sie die Fastination... sag mal wusstest du schon... das klingt auch gleich ganz anders... merkste?"

Bill lehnte sich neben Tom und liess sich seinen Vorschlag druch den Kopf gehen... "Ja... du hast Recht! Warte ich aendere das!"

Bill reckte sich, schnappte sich einen Kulli und aenderte die Zeile, waehrend Tom gleich noch etwas auffiel und die Beiden anfingen den ganzen Song um zu schreiben.

Waehrend es fuer Tom die Chance war, eine Zweite Chance bei der Plattenfirma zu bekommen, war es fuer Bill eher eine Art und Weise die Gedanken ueber seinen Schmetterling unter einen Hut zu bekommen... aber, das war soweit natuerlich vollkommen egal....

23.3.08 15:15


4.Kapitel - There is this Butterfly... and, you know, it's really everywhere! ...in my mind and...

"Das war heute das absolut Schrecklichste und Erbärmlichste, was ich von dir je gehört hab Bill!! Du hast noch schlimmer gesungen, als letztes Jahr Silvester, wo du Stockbesoffen warst! Alter! Wenn der Vertrag wegen dir jetzt nicht hin haut, dann Gnade dir Gott! Ich mache so Kleinholz aus dir!"

Tom gestikulierte wild mit seinen Händen in der Luft herum, während er sich vor Bill aufgebaut hatte und ihn an schrie; er war auf 180.

Bill dagegen saß stumm auf seinem Bett, hatte die Hände ineinander verschränkt und hörte seinem Bruder in keinster Weise zu; er dachte an seinen Schmetterling. Schon den ganzen Abend lang dachte er an nichts anderes und hatte sich von der Außenwelt abgegrenzt. Klar, natürlich wusste er irgendwo, dass Tom ihn gerade anbrüllte, aber wozu sich darauf konzentrieren und ihm zuhören, wenn man doch auch an viel schönere Dinge denken konnte?

"Bill? Bihiill? BILL?! Sag mal willst du mich verarschen oder was ist? Hörst du mir überhaupt zu?! Ich glaub mein Schwein pfeift. Du bist echt das allerletzte was man sich an Bruder überhaupt vorstellen kann!"

Ohne das Bill es überhaupt mit bekam, raste sein Zwilling wütend aus seinem Zimmer und erst als die Tür mit einem lauten Boom ins Schloss geknallt wurde, zuckte Bill zusammen und wurde unsanft in die Realität zurück katapultiert.

Müde rieb er sich die Schläfen und nahm einen Schluck aus seiner Wasserflasche, die neben ihm auf dem Boden stand. Das Wasser schmeckte abgestanden und viel zu warm, genauso wie er sich jetzt gerade fühlte.

Als er an das vermasselte Meeting mit der Plattenfirma dachte, wurde ihm schlecht und er hatte das Gefühl sich übergeben zu müssen. Er war so abgelenkt gewesen, dass er geschätzte 20 mal den Text vergessen, 40 mal seinen Einsatz verpasst und 65 mal die schrägsten Töne zustande gebracht hatte. Und daran war verdammt nochmal allein sein zuckersüßer Schmetterling Schuld.

Seine Gedankenwelt drehte sich schon wieder um sie. War sie vielleicht sauer, dass er so schnell abhauen musste? Oder zeigte sie Verständnis für ihn und seine Musik, wie es noch nie ein Mädchen getan hatte? Aber sie meinte ja, dass sie sowieso gleich wieder arbeiten müsse. Als was arbeitet sie überhaupt?

Bill fiel auf einmal auf, wie wenig er eigentlich über sie wusste. Wie war ihr vollständiger Name, wie alt war sie, hatte sie Geschwister, wo wohnte sie, was für einen Job hatte sie, für was für Dinge interessierte sie sich, trank sie auch so gerne Erdbeermilch wie er? Tausend Fragen und doch hatte er keine Antwort. Er hatte ja noch nicht einmal ihre Handynummer.

Bills Blick huschte auf seinen Kalender. Heute war Donnerstag. Noch drei Tage, dann würde er seinen Schmetterling wieder sehen und all' die Fragen, die er abwesend auf ein Blatt Papier geschmiert hatte, würden nicht mehr unbeantwortet sein.

20.2.08 09:44


Traceys Plan hatte gewirkt. Sie grinse, schloss ihre Augen und erwiederte Bills Kuss zärtlich.
Eine dicke Gänsehaut überzog die Beiden Körper. Bill öffnete seine Lippen einige Zentimeter und stupste mit seiner Zunge gegen die Lippen des Schmetterlings.

In just dieser Sekunde vibrierte Bills Hosentasche und die ersten Töne von irgendeinen Song drangen hinaus. Sofort wich ihm das Grinsen von den Lippen, er löste sich widerwillig von dem Mädchen, drückte ihr das Eis in die Hand und fischte sein Mobiltelefon aus seiner engen Hosentasche.

Das Mädchen biss sich auf die Unterlippe, kniff ihre Augen, aufgrund der blendenden Sonne zusammen und beobachtete den angenervten Bill schmunzelnd, während sie den Kuss von eben noch genießte.

"Ja?", motze Bill drauf los.

Tracey wollte nicht unhöflich sein und Bill belauschen, also ging sie einen Schritt zurück und ließ sich auf einen Plastikstuhl nieder, der neben der Holzbude stand und gefährlich knackte. Noch immer grinsend widmete sie sich ihrem Eis. Erdbeere... was für ein Zufall.

"Was hat dich denn geritten?", begrüßte Tom seinen Zwilling währenddessen am Telefon und ahnte etwas.

"Kann dir doch scheissegal sein! Was willst du?"

"Aw... hab ich dich etwa bei etwas gestört, Hunnybunny?"

"Wenn dus genau wissten willst, ja, Thomas!"

"Ey!"

"Ey...", äffte Bill seinen Bruder nach. Man konnte ihm die Wut aus der Stimme lesen.

"Also? Was gibt's so dringendes, dass ich auf Erdbeereis verzichten muss?"

"Erdbeereis also..."

"Tom!!"

"Ja, Mensch... also wir haben einen Termin bei einer Plattenfirma bekommen! Das Problem ist, der findet in genau 20 Minuten statt! Görblingerstraße 13..."

"Was?", kreischte Bill ist Teöefon und verstummte jedoch wieder
Tracey drehte ihren Kopf zu Bill und schaute ihn skeptisch an.

"Ich meine was? Wie soll ich denn in 20Minuten dahin kommen? Außerdem, was mach ich mit meinem Date?"

"Denkst du ich hab mir den Termin ausgedacht? Okay, hab ich... aber wie auch immer! Komm ja püntklich, Bill! Sonst knallt's!! Bis dahin... Tschüssi, Hunnybunny..."

Klack, aufgelegt. Bill klappte zörning sein Telefon zusammen und ließ es wieder in seine Hosentasche gleiten.
Okay, er musste Tracey jetzt also klar machen, dass es gehen muss. Na geil, die denkt doch bestimmt, dass er sie beschissen findet, oder so...

Mit einem wehleidigen Lächeln auf den Lippen drehte Bill sich wieder seinem Schmetterling zu.

"Können wir weiter?", fragte dieser mit lieblicher Stimme und stand von dem wackeligesn Stuhl auf. Bills Lächeln wurde sogleich eine Spur wehleidiger.

"Ehm, es ist so... ich hab doch 'ne Band... jedenfalls haben wir gleich ganz kurzfristig einen Termin mit einer Plattenfirma und es ist echt wichtig, dass ich da auftauche! Und..."

"Achso... das ist okay, Bill. Wirklich..."

"Echt?"

"Ja klar... ich muss eh gleich wieder arbeiten..."

"Oh! Okay...tut mir trotzdem leid..."

"Mach dir kein Kopf..."

"Hm... wann sehen wir uns denn wieder?"

Tracey machte ein nachdenkliches Gesicht, zog sich ihre Strickjacke über und schüttelte ihr Haar ein wenig.

"Am Samstag... um halb 11 in der Stadtbibliothek... bis dann, ich freu mich!"

Und schon ging das Mädchen den Asphaltweg entlang, gegen die Sonne, so dass man nur ihren Umriss erkennen konnte. Bill schüttelte ungläubig den Kopf, lachte leise auf, ehe er sich in die andere Richtung drehte und zum Ausgang des Zoo's sprintete...

1.2.08 14:51


Die Beiden Jugendlichen schlenderten im Licht der brennendes Sonne den Asphaltweg entlang und überquerten einen kleinen Hügel. Neben ihnen reihten sich die Tierkäfige, doch um diese kümmerten sich mittlerweile weder Bill noch sein Schmetterling.

Neben einem großen Gehege, in dem sich Pinguine befanden war eine Holzbude aufgebaut. Die Beiden gingen zu dem großen Fenster und schauten interessiert die Eiskarte an. "Was willst du für ein Eis?", fragte Bill das Mädchen und studierte nebenbei eifrig die verschiedenen Sorten.

"Ehm...", machte Tracey neben seinem Ohr und schien genauso unentschlossen zu sein, wie Bill, welchen eine Gänsehaut überkam. Traceys Atem an seinem Hals fühlte sich an wie ein Seidentuch, welches man langsam über seine Haut wandern ließ...

"Ich weiß nicht... Erdbeere oder Himbeere...", flüsterte das Mädchen, eher für sich, als für Bill gedachte, doch der hörte dies natürlich trotzdem. Bills Hand glitt in seine Hosentasche, wo er auf etwas Hartes stieß. Flink fischte er die Münzen hinaus und überflog, wie viel Kleingeld er noch hatte.

"Was darf es denn für Euch sein?", fragte die Verkäuferin in just diesem Moment höflich. Tracey druckste ein wenig rum und versuchte sich auf der Stelle zu entscheiden, doch Bill ließ sich nicht beirren und ging einen Schritt vor.

"Wir hätten gerne 2Eistüten... einmal Erdbeer- und einmal Himbeergeschmack." "Das macht dann 3,60€." Bill legte Zwei 2Euro Stücke auf die Ablage und ließ ein knappen "stimmt so" hören.
Die Verkäuferin lächelte Bill dankbar an und zauberte binnen weniger Sekunden 2 Softeistüten, welche sie Bill hinhielt. Dieser nahm diese entgegen und hielt sie dann seinen Schmetterling unter die Nase, welcher ihn nur total verdattert anstarrte.

"Na probier und entscheide dann...", klärte Bill Tracey breit grinsend auf. Innerlich war er total verunsichert und fragte sich, was das Mädchen denn nun vom ihm dachte. Das Mädchen kapierte. Ein Lächeln schwang sich auf ihre Lippen. Ohne den Blickkotakt zu Bill zu unterbrechen beugte sie sich nach Vorne und kostete als Erstes von Erdbeereis.
Lassiv leckte sie das Eis von den Lippen, schloß genießersisch ihre Augen und gab einen "mhm..."-laut von sich.

Bill musste sich stark zurückhalten, doch er grinste nur weiterhin und überließ dem Mädchen die Entscheidung der Eissorte.

"Mhm.. das schmeckt schon mal seehr lecker...", erzählte sie Bill und wiederholte genau das selbe jetzt mit dem Himbeereis. Diesmal hatte sie ihre Augen noch länger geschlossen. Bill fragte sich, ob sie das mit Absicht machte und biss sich auf seine Unterlippe.

Tracey öffnete ihre strahlend blauen Augen, legte ihren Kopf schief und starrte Bill an.

"Ich weiß es nicht... magst du nicht entscheiden?", fragt sie zuckersüß strich mit ihrem Finger durch das Himbeereis und hielt ihn Bill hin.
Dieser zögerte erst leicht, doch küsste das Eis schließlich von ihrem Finger. "Mhm...", machte er und nickte anerkennend. Tracey grinste, strich sich eine wild gewordene Haarsträhne aus dem Gesicht und beugte sich noch einmal zum Erdbeereis hinunter und daran zu kosten. An ihren Lippen haftete noch etwas. Bill kicherte in sich hinein.

"Darf ich?", fragte er nur und binnen weniger Sekunden lagen auf einmal seine Lippen auf ihren... 

1.2.08 00:32


~Bill~

 Gerädert wache ich auf und drehe mich erst einmal auf den Bauch. Unter mir fängt es an zu knistern und ich ziehe die völlig platt gedrückte Gummifroschtüte unter mir hervor.

"Hmpf."

Schon ist einer der grünen Dinger in meinem Mund gelandet.

"Schmeckt echt scheiße..."

Noch nicht einmal das ist gut heute. Auf dem zähen Gummi kauend torkel ich ins Bad, lasse mich auf den Klodeckel fallen und stütze meinen Kopf auf meine Hand. Wie viel Uhr ist es eigentlich?

16:32

Scheiße man... Mit einem prüfenden Blick in den Spiegel stelle ich mich vors Waschbecken und fange schließlich an die verschmierten Überreste meines Kajal abzuschminken. Danach fange ich an mich wieder neu zu schminken und meine Haare zu machen. Aus meinem Schrank ziehe ich noch irgendein unwichtiges Shirt und werfe es mir über. Fertig.

Mit einer neuen Zigarettenschachtel bewaffnet verlasse ich die Zelle und gehe raus in den kleinen Park. Sofort stecke ich mir den ersten Glimmstängel an.

In einer halben Stunde müsste Tom ungefähr wieder raus kommen.. Was denk ich darüber eigentlich nach? Müsste mir doch völlig egal sein.

Ich schließe meine Augen und sofort kommen mir die sanften Berührungen von Tom in den Sinn. Ich habe mich so wohl bei gefühlt, so geborgen wie scon lange nicht mehr in meinem Leben. Oder habe ich mich überhaupt schon mal so gefült?

26.1.08 13:43


~tom's sicht.~

Ich schaute Bill hinterher, bis die Tür mit einem lauten Knall wieder geschlossen wurde.

So kalt es hier in diesem... Bunker auch sein sollte, mittlerweile ist mir scheisse heiß. Ob das an Bill liegt? Ich ziehe mir meine Cap von Kopf und lege sie neben mich. Der Cap folgt noch mein Kopftuch und Stirnschweißband, ebenso wie das große Haargummi, mit dem ich meine Dreads zusammenhalte.

Ich seufze laut auf und schüttelte meinen Kopf ein wenig, so dass mit die schweren Dreads auf die Schultern fallen. Mit meinem Handrücken wische ich über meine schweißbedeckte Stirn.

Gut... das könnte nebenbei auch noch an dem Fieber liegen, der noch immer da ist, ganz klar.

Ich lehne meinen Kopf wieder gegen die Wand hinter mir und schließe meine Augen. Vor meinem Inneren Augen fangen bunte Lichter an zu tanzen. Ein Regenbogen zieht sich durch meine Sicht, bis es wieder schwarz wird und aus dem Ecken kleine Punkte auftauchen, die immer größer werden und sich  wirr hin und her bewegen.

Die Zeit vergeht, während ich gedankenlos vor mich hin träume. Irgendwann bleiben meine Gedanken doch irgendwo hängen und ein Augenpaar bildet sich in meinem Sichtfeld.

Ich erkenne sie sofort, den Besitzer der Augen.. oder in dem Falle, die Besitzerin. Ava. Letztens Erst von ihr verraten... sie und mein, so genannter, bestern Freund. Pah! Dass ich nicht lache! Kaum bin ich also im Knast schieben die Beiden eine Nummer... sowas Armes!

Ich haue mit seiner Faust auf den harten Steinboden und beiße meine Zähne zusammen. Ein mieser Schmerz zieht sich durch meine Hand über meinen Arm bis zur Schulter.

Tränen schießen mir in meine Augen. "Oh Goott..", murmele ich.

Ich bin ja auch zu dämlich um mich auf zuregen! "Nngh...", stöhne ich und balle meine Faust und öffne sie wieder.

Hoffentlich bin ich hier ja schnell wieder raus!!

Ich stehe von dem Boden auf und merke gleich... ich muss mal aufs Klo undzwar dringend!  Im Kreis gehend versuche ich mich also von... allem abzulenken.

Vom Schmerz in meiner hand, welche, wie ich zu meinem Glück nicht weiß, blau angelaufen ist. Vom Schmerz in meiner Blase. Schmerz in meinem Magen... Hunger &Durst!!
Und zu Guter Letzt noch meinem Gedankenchaos.

Da ist Ava... und Bill! Und all meine ach so tollen Freunde. 

Glückwunsch, Tom! Du hast echt ein beschissenes Leben!! 

1.1.08 22:21


~Bills Sicht~ *love*

„KAULITZ! RAUS KOMMEN!“


Mit lautem Gebrüll werde ich aus dem Schlaf gerissen und öffne meine Augen einen Spalt breit. Grelles Licht flimmert mir entgegen, sodass ich sie gleich wieder schließe. Ich will nicht aufstehen. Ist doch grad so schön…


Wieder in den Halbschlaf zurück verfallen kuschele ich mich an das warme und gemütliche Objekt unter mir und atme den unverkennbaren Duft ein. Es riecht nach einem ganzen, wundervoll duftenden Erdbeerfeld, umhüllt von einer leichten Priese Zimt und einem Hauch von Vanille. Perfekt…


„KAULITZ! AUFSTEHEN JETZT!“


Schon wieder dieses Gebrüll. Können die mich nicht einfach schlafen lassen?


„Bill, komm steh auf.“, haucht mir plötzlich jemand ins Ohr, doch eine ganze Spur sanfter und liebevoller.


Moment… liebevoll? Vor allen Dingen, auf wem oder was lieg ich da eigentlich? Bequem scheint es auf alle Fälle zu sein.


Verschlafen rappele ich mich auf und knie mich hin. Als ich meine Augen wieder ein wenig aufmache, blicke ich direkt in die braunen Augen von Tom. TOM?!


Entgeistert starre ich ihn an und langsam kommt die Erinnerung zurück. Die Erinnerung von vor dem Einschlafen. Diese wunderbare Erinnerung…
Unsanft werde ich plötzlich am Kragen hoch gerissen und erneut angebrüllt.


„ICH WIEDERHOLE MICH NICHT NOCH EINMAL! MIT KOMMEN JETZT!“


Verwirrt von all dem stolpere ich hinter dem Schließer her und drehe mich noch einmal um.


„Und was ist mit Tom?“


„Stell nicht so dumme Fragen. Der hat seine Zeit noch abzusitzen, du bist fertig.“ Na immerhin schreit er nicht mehr so.


Unsanft werde ich bis zu meiner Zelle geschleift und schließlich in diese hinein geschubst.


„Das soll dir eine Lehre sein!“ Und BOOM, ist die Tür auch schon wieder zugeknallt und abgesperrt.


Etwas zurück gelassen stehe ich inmitten dem Raum und weiß erst gar nicht was ich zuerst tun soll.


Aufs Klo gehen, etwas essen, etwas trinken, eine rauchen oder doch gleich wieder schlafen?


Schulterzuckend bewege ich mich als erstes in Richtung Bad und als mein Blick in den Spiegel fällt, erschrecke ich mich fast vor mir selbst. Ein unausgeschlafener und völlig fertiger Bill blickt mir entgegen. Na Gott sei Dank konnte Tom mich vorhin wirklich nicht sehen.


Sollte mir das nicht eigentlich total egal sein? Sollte er mir nicht eigentlich total egal sein? Ach scheiße verdammte!


Mit der immer noch nicht aufgegessenen Gummifroschtüte verziehe ich mich auf mein Bett und verschränke meine Arme hinter meinem Kopf. Ich schiebe mir einen Frosch in den Mund.


Warum würde Tom mich wieder küssen wollen? Er ist doch gar nicht schwul. Und vor allem, ich dachte er hasst mich! Wieso dann ausgerechnet ich? Vielleicht ist das ja auch nur so eine Phase. Geht bestimmt wieder weg. Und bei mir auch! Muss es einfach.


Seufzend klettere ich wieder von meinem Bett runter und bleibe vor seinem stehen. Soll ich einfach…?


Mein Körper hat mir die Entscheidung einfach mal großzügigerweise abgenommen und keine zwei Sekunden später befinde ich mich auch schon in seinem Bett.


 Ich umschlinge sein Kopfkissen mit meinen Armen und vergrabe mein Gesicht darin. Mit dem Gedanken an hunderte von Erdbeerfeldern und dem Geruch von duftendem Zimt in der Weihnachtszeit schlafe ich schließlich ein.

26.1.08 12:20


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