Bill schlief diese Nacht sehr schlecht. Dauernd träumte er von dem entsetzten und angstvollen Gesicht des Schmetterlings und als er zum sechsten Mal in dieser Nacht aufwachte, schlug er die Decke nach hinten und stand genervt auf. Im Dunkeln tastete er nach seinem Shirt, welches er gestern Abend achtlos auf den Boden vor sein Bett geworfen hatte und zog es sich über.

Bewaffnet mit Zigaretten und einem Feuerzeug schlich er sich auf den kleinen Balkon und die kühle Nachtluft schlug ihm entgegen, umhüllte ihn und ließ ihn für einen Moment alles vergessen. Dann zündete er sich eine Zigarette an, atmete den blaugrauen Rauch tief ein und lehnte sich mit dem Rücken an das Geländer. Hinter ihm ging gerade die Sonne über dem kleinen Dorf auf und spiegelte sich in dem Fenster wieder.

Heute würde er sie wieder sehen. Sie; den Schmetterling. Unwillkürlich musste er lächeln.

*~*

Erneut schaute er auf die Uhr, hüpfte von dem einen Bein aufs andere und drehte sich einmal um sich selbst. Leute liefen an ihm vorbei, viele hatten kleine Kinder an der Hand die begeistert auf den Eingang des Zoos zeigten, doch trotzdem konnte er sie nirgends entdecken.

Seufzend ließ er sich auf eine Bank nieder, schloss die Augen und genoss die warme Mittagssonne auf seiner Haut. Hatte er sich vielleicht in der Zeit geirrt?

„Bill!“, ertönte plötzlich eine Stimme, die einem Engel glich hinter ihm und er wirbelte herum.

„Tracey!“ Er lief ihr entgegen und begrüßte sie mit einem kurzen Kuss auf die Wange.

Seine sanften Lippen streiften nur kurz ihre samtweiche Haut, doch trotzdem hörte die Welt für einen kurzen Moment auf, sich um Tracey zu drehen. Wie schön solche Berührungen doch sein konnten…

Vorsichtig legte Bill den Arm um sie, wollte nicht zu schnell sein und wollte nicht, dass sie irgendwas Falsches von ihm dachte. Doch Tracey lächelte nur und legte einen Arm um seine Hüfte.

So gingen sie zum Kassenhäuschen des Zoos. Sie sahen aus wie ein Paar, ein Paar das für einander geschaffen war. Sie sah aus wie ein Engel, ein Engel ohne Flügel und er war das einzigartige Gegenstück dazu. Sie strahlten eine Aura aus, die faszinierend war und in beiden Gesichtern war ein Lächeln zu entdecken.

Sie bezahlten ihre Eintrittskarten und stellten sich zusammen vor das große Schild, welches kennzeichnete, wo was zu finden war.

„Wo wollen wir zuerst hin?“, fragte Bill sie und wollte im Moment nirgendwo anders sein, als hier mit ihr…

9.12.07 11:10
 


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