~Billys Sicht~

 Nach einer ewigen Weile tritt endlich Stille ein. Stille... Hach, wie schön das doch sein kein. Kein nerviger, mit Drogen voll gestopfter Tom, der einen dumm von der Seite voll labert. Nein, alles friedlich.

Halbwegs zufrieden rolle ich mich auf dem steinharten Boden zusammen und schließe die Augen. Wobei es im Moment sowieso egal gewesen wäre, ob ich die Augen zu oder offen gehabt hätte, dunkel wäre es so oder so gewesen. Aber mit geschlossen Augen lässt es sich einfach besser schlafen.

Müde lausche ich Toms gleichmäßigem Atem, welcher das einzige Geräusch im leblosen Raum war und merke kaum, wie ich immer schläfriger werde. Seine Anwesenheit scheint mich in irgendeiner Art zu beruhigen und ohne das ich es merke, bin ich auch schon eingeschlafen.

Als ich wieder aufwache, schmerzt mein Nacken höllisch. Meine Finger scheinen gefroren zu sein und mein ganzer Körper zittert vor Kälte. Langsam richte ich mich auf und massiere mit einer Hand meinen Nacken. Der Steinboden scheint wohl doch nicht so gemütlich wie mein kleines Bett in der Zelle zu sein...

Wie lange muss ich eigentlich noch hier drin sitzen? Wie viel Uhr ist es? Wie lange habe ich geschlafen? Mein Zeitgefühl hat sich schon vor Ewigkeiten verabschiedet und so kann ich nur hier sitzen bleiben und warten.

"Ich habe Hunger, ich habe Durst und vor allem ist mir kalt. Schlimmer kann es doch gar nicht werden...", nuschele ich zitternd vor mich hin und kauere mich in die Ecke. Meine Beine umschlinge ich mit meinen Armen, um wenigstens so ein bisschen Wärme zu erzeugen.

"Doch, kann es. Ich bin nämlich wach!"

Eine Stimme; bedrohlich nah an meinem Ohr. Mein Kopf schnellt herum und stößt dabei fast mit Toms Schädel zusammen.

"Sag mal musst du mich so erschrecken?!", fauche ich und versuche dabei so böse wie möglich zu gucken, bis mir auffällt dass man das in der Dunkelheit sowieso nicht erkennen kann.

Meine Nackenhärchen stellen sich auf, als ich seinen Atem plötzlich direkt an meinem Ohr spüre. Warm; warmer Atem. Ist Tom vielleicht genauso warm? Ach, ist doch eh schon alles egal.

"Bild dir jetzt bloß nichts ein! Ich mach' das nur, um zu verhindern dass ich gleich an einer Erfrierung sterben werde!", erkläre ich zischend meine nachfolgende Aktion und rutsche an Tom heran.

Augenblicklich wird mir wärmer, obwohl ich weiß, dass das eigentlich nicht sein kann. Muss Tom nicht genauso kalt sein wie ich? Ohne mir weiter drüber Gedanken zu machen, rücke ich noch ein Stück zu ihm, sodass mein Rücken direkt an seiner Brust liegt. Zwei Arme schlingen sich von hinten um mich und legen sich auf meinen Bauch.

"Besser so...?", haucht Tom mir leise ins Ohr und ich bin kaum noch fähig zu nicken.

17.12.07 22:26
 


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