~Bills Sicht~ *love*

„KAULITZ! RAUS KOMMEN!“


Mit lautem Gebrüll werde ich aus dem Schlaf gerissen und öffne meine Augen einen Spalt breit. Grelles Licht flimmert mir entgegen, sodass ich sie gleich wieder schließe. Ich will nicht aufstehen. Ist doch grad so schön…


Wieder in den Halbschlaf zurück verfallen kuschele ich mich an das warme und gemütliche Objekt unter mir und atme den unverkennbaren Duft ein. Es riecht nach einem ganzen, wundervoll duftenden Erdbeerfeld, umhüllt von einer leichten Priese Zimt und einem Hauch von Vanille. Perfekt…


„KAULITZ! AUFSTEHEN JETZT!“


Schon wieder dieses Gebrüll. Können die mich nicht einfach schlafen lassen?


„Bill, komm steh auf.“, haucht mir plötzlich jemand ins Ohr, doch eine ganze Spur sanfter und liebevoller.


Moment… liebevoll? Vor allen Dingen, auf wem oder was lieg ich da eigentlich? Bequem scheint es auf alle Fälle zu sein.


Verschlafen rappele ich mich auf und knie mich hin. Als ich meine Augen wieder ein wenig aufmache, blicke ich direkt in die braunen Augen von Tom. TOM?!


Entgeistert starre ich ihn an und langsam kommt die Erinnerung zurück. Die Erinnerung von vor dem Einschlafen. Diese wunderbare Erinnerung…
Unsanft werde ich plötzlich am Kragen hoch gerissen und erneut angebrüllt.


„ICH WIEDERHOLE MICH NICHT NOCH EINMAL! MIT KOMMEN JETZT!“


Verwirrt von all dem stolpere ich hinter dem Schließer her und drehe mich noch einmal um.


„Und was ist mit Tom?“


„Stell nicht so dumme Fragen. Der hat seine Zeit noch abzusitzen, du bist fertig.“ Na immerhin schreit er nicht mehr so.


Unsanft werde ich bis zu meiner Zelle geschleift und schließlich in diese hinein geschubst.


„Das soll dir eine Lehre sein!“ Und BOOM, ist die Tür auch schon wieder zugeknallt und abgesperrt.


Etwas zurück gelassen stehe ich inmitten dem Raum und weiß erst gar nicht was ich zuerst tun soll.


Aufs Klo gehen, etwas essen, etwas trinken, eine rauchen oder doch gleich wieder schlafen?


Schulterzuckend bewege ich mich als erstes in Richtung Bad und als mein Blick in den Spiegel fällt, erschrecke ich mich fast vor mir selbst. Ein unausgeschlafener und völlig fertiger Bill blickt mir entgegen. Na Gott sei Dank konnte Tom mich vorhin wirklich nicht sehen.


Sollte mir das nicht eigentlich total egal sein? Sollte er mir nicht eigentlich total egal sein? Ach scheiße verdammte!


Mit der immer noch nicht aufgegessenen Gummifroschtüte verziehe ich mich auf mein Bett und verschränke meine Arme hinter meinem Kopf. Ich schiebe mir einen Frosch in den Mund.


Warum würde Tom mich wieder küssen wollen? Er ist doch gar nicht schwul. Und vor allem, ich dachte er hasst mich! Wieso dann ausgerechnet ich? Vielleicht ist das ja auch nur so eine Phase. Geht bestimmt wieder weg. Und bei mir auch! Muss es einfach.


Seufzend klettere ich wieder von meinem Bett runter und bleibe vor seinem stehen. Soll ich einfach…?


Mein Körper hat mir die Entscheidung einfach mal großzügigerweise abgenommen und keine zwei Sekunden später befinde ich mich auch schon in seinem Bett.


 Ich umschlinge sein Kopfkissen mit meinen Armen und vergrabe mein Gesicht darin. Mit dem Gedanken an hunderte von Erdbeerfeldern und dem Geruch von duftendem Zimt in der Weihnachtszeit schlafe ich schließlich ein.

26.1.08 12:20
 


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