wie ein schmetterling

Als der katastrophale Tag sich endlich den Ende neigte, wollte Tom noch einmal versuchen, ein Gespraech mit seinem Bruder zu fuehren.

Bewaffnet mit einer 2l Colaflasche, einer Tuete Chips und einem grossen Haufen Geduld und innerer Ruhe machte der Dreadhaed sich auf den Weg zu Bills Zimmer, in der Hoffnung, das dieser ueberhaupt da war und sich der ganze Stress ein wenig aufloesen wuerde.

Tom klopfte ruig und gelassen an der weissen Holztuer. Von inenn wurde die Tuer, etwas unsanft, aufgezogen und ein etwas entstellter Bill stand Tom nun gegenueber.

"Was geht denn mit dir?", entwich es Toms Mundwerk, ohne dass er es wirklich gewollt hatte. Bill verdrehte augenblicklich seine braunen Augen und stemmte einen Arm in die Huefte. "Die Frage sollte eher lauten, was du hier willst?", zickte der Schwarzhaarige, da er sich attackiert fuehlte und er ausserdem gerade dabei gestoert wurde, einen neuen Song zu schreiben.

Tom fuehlte sich augenblicklich verunsichert, doch dies wollte er auf gar keinen Fall zeigen. Selbstsicher, wie er denn also sonst auch war, quetsche er sich an seinem Zwilling vorbei und machte es sich auf seinem Bett gemuetlich.

"Darf man seinem eigenen Bruder nun keine gesellschaft mehr leisten?", pampte Tom und verschraenkte seine Hanede demonstrativ hinter seinem Kopf, als wollte er zum Ausdruck bringen, dass er ganz sicher nicht vor hatte, nun wieder zu gehen, weil es Bill vielleicht nicht passte, dass er jetzt reden wollte.

Doch Bill war schlau und er erinnerte sich daran, dass eigentlich Tom derjenige war und noch immer sein sollte, der sauer ist. Schliesslich hatte Bill es heute mit den Produzenten maechtig versaut! Und nicht Tom! Also schloss der Juengere der Beiden die Zimmertuer, versteckte alle seine Unterlagen, die irgendwo auf dem Schreibtisch lagen in irgendeine Mappe und warf sich neben seinen Bruder auf das Bett, welcher bereits am Chips essen war.

"Was warn das?", fragte Tom mit vollem Mund und deutete mit dem Kopf auf den Schreibtisch.

"Was war was?", stellte Bill eine Gegenfrage und griff ebenfalls nach ein paar Chips.

"Na das, was du eben weg gepackt hast..."

"Ach das..."

"Was warn das jetzt?"

"Ach nichts... nichts besonderes!"

"Wie nichts besonderes? Bill, willst du mich verarschen oder so?"

"Nein, man... das war nur n Song... n neuer halt! Ist aber noch total schle-"

"N neuer Song? Zeig mal her!", rief Tom begeistert, sprang auf und griff nach der Mappe, wo er die Zettel gleich rausfuselte und sie Bills Krickeleien ansah.

Bill sefuzte laut. Vor seinem Bruder konnte er auch echt nichts verstecken... oder wenigstens auf spaeter verschieben!

"Thema Nummer Eins?", fragte Tom kritisch und betrachtete die Ueberschrift. Bill zuckte nur die Schulter, nahm sich die Colaflasche und schraubte den Deckel ab.

"ich hatte halt so ne Idee...", verteidigte er sich und nahm einen grossen Schluck Cola.

Tom las ein wenig und kaute nebenbei auf seinem Lippenpiercing herum.

"das ist gar nicht so schlecht, Bill... Nein, das... das ist richtig gut! Hier... diese Passage kannst du umschreiben... dann reimt sich das... sogar fuer alle Maedchen ist sie die Fastination... sag mal wusstest du schon... das klingt auch gleich ganz anders... merkste?"

Bill lehnte sich neben Tom und liess sich seinen Vorschlag druch den Kopf gehen... "Ja... du hast Recht! Warte ich aendere das!"

Bill reckte sich, schnappte sich einen Kulli und aenderte die Zeile, waehrend Tom gleich noch etwas auffiel und die Beiden anfingen den ganzen Song um zu schreiben.

Waehrend es fuer Tom die Chance war, eine Zweite Chance bei der Plattenfirma zu bekommen, war es fuer Bill eher eine Art und Weise die Gedanken ueber seinen Schmetterling unter einen Hut zu bekommen... aber, das war soweit natuerlich vollkommen egal....

23.3.08 15:15


4.Kapitel - There is this Butterfly... and, you know, it's really everywhere! ...in my mind and...

"Das war heute das absolut Schrecklichste und Erbärmlichste, was ich von dir je gehört hab Bill!! Du hast noch schlimmer gesungen, als letztes Jahr Silvester, wo du Stockbesoffen warst! Alter! Wenn der Vertrag wegen dir jetzt nicht hin haut, dann Gnade dir Gott! Ich mache so Kleinholz aus dir!"

Tom gestikulierte wild mit seinen Händen in der Luft herum, während er sich vor Bill aufgebaut hatte und ihn an schrie; er war auf 180.

Bill dagegen saß stumm auf seinem Bett, hatte die Hände ineinander verschränkt und hörte seinem Bruder in keinster Weise zu; er dachte an seinen Schmetterling. Schon den ganzen Abend lang dachte er an nichts anderes und hatte sich von der Außenwelt abgegrenzt. Klar, natürlich wusste er irgendwo, dass Tom ihn gerade anbrüllte, aber wozu sich darauf konzentrieren und ihm zuhören, wenn man doch auch an viel schönere Dinge denken konnte?

"Bill? Bihiill? BILL?! Sag mal willst du mich verarschen oder was ist? Hörst du mir überhaupt zu?! Ich glaub mein Schwein pfeift. Du bist echt das allerletzte was man sich an Bruder überhaupt vorstellen kann!"

Ohne das Bill es überhaupt mit bekam, raste sein Zwilling wütend aus seinem Zimmer und erst als die Tür mit einem lauten Boom ins Schloss geknallt wurde, zuckte Bill zusammen und wurde unsanft in die Realität zurück katapultiert.

Müde rieb er sich die Schläfen und nahm einen Schluck aus seiner Wasserflasche, die neben ihm auf dem Boden stand. Das Wasser schmeckte abgestanden und viel zu warm, genauso wie er sich jetzt gerade fühlte.

Als er an das vermasselte Meeting mit der Plattenfirma dachte, wurde ihm schlecht und er hatte das Gefühl sich übergeben zu müssen. Er war so abgelenkt gewesen, dass er geschätzte 20 mal den Text vergessen, 40 mal seinen Einsatz verpasst und 65 mal die schrägsten Töne zustande gebracht hatte. Und daran war verdammt nochmal allein sein zuckersüßer Schmetterling Schuld.

Seine Gedankenwelt drehte sich schon wieder um sie. War sie vielleicht sauer, dass er so schnell abhauen musste? Oder zeigte sie Verständnis für ihn und seine Musik, wie es noch nie ein Mädchen getan hatte? Aber sie meinte ja, dass sie sowieso gleich wieder arbeiten müsse. Als was arbeitet sie überhaupt?

Bill fiel auf einmal auf, wie wenig er eigentlich über sie wusste. Wie war ihr vollständiger Name, wie alt war sie, hatte sie Geschwister, wo wohnte sie, was für einen Job hatte sie, für was für Dinge interessierte sie sich, trank sie auch so gerne Erdbeermilch wie er? Tausend Fragen und doch hatte er keine Antwort. Er hatte ja noch nicht einmal ihre Handynummer.

Bills Blick huschte auf seinen Kalender. Heute war Donnerstag. Noch drei Tage, dann würde er seinen Schmetterling wieder sehen und all' die Fragen, die er abwesend auf ein Blatt Papier geschmiert hatte, würden nicht mehr unbeantwortet sein.

20.2.08 09:44


Traceys Plan hatte gewirkt. Sie grinse, schloss ihre Augen und erwiederte Bills Kuss zärtlich.
Eine dicke Gänsehaut überzog die Beiden Körper. Bill öffnete seine Lippen einige Zentimeter und stupste mit seiner Zunge gegen die Lippen des Schmetterlings.

In just dieser Sekunde vibrierte Bills Hosentasche und die ersten Töne von irgendeinen Song drangen hinaus. Sofort wich ihm das Grinsen von den Lippen, er löste sich widerwillig von dem Mädchen, drückte ihr das Eis in die Hand und fischte sein Mobiltelefon aus seiner engen Hosentasche.

Das Mädchen biss sich auf die Unterlippe, kniff ihre Augen, aufgrund der blendenden Sonne zusammen und beobachtete den angenervten Bill schmunzelnd, während sie den Kuss von eben noch genießte.

"Ja?", motze Bill drauf los.

Tracey wollte nicht unhöflich sein und Bill belauschen, also ging sie einen Schritt zurück und ließ sich auf einen Plastikstuhl nieder, der neben der Holzbude stand und gefährlich knackte. Noch immer grinsend widmete sie sich ihrem Eis. Erdbeere... was für ein Zufall.

"Was hat dich denn geritten?", begrüßte Tom seinen Zwilling währenddessen am Telefon und ahnte etwas.

"Kann dir doch scheissegal sein! Was willst du?"

"Aw... hab ich dich etwa bei etwas gestört, Hunnybunny?"

"Wenn dus genau wissten willst, ja, Thomas!"

"Ey!"

"Ey...", äffte Bill seinen Bruder nach. Man konnte ihm die Wut aus der Stimme lesen.

"Also? Was gibt's so dringendes, dass ich auf Erdbeereis verzichten muss?"

"Erdbeereis also..."

"Tom!!"

"Ja, Mensch... also wir haben einen Termin bei einer Plattenfirma bekommen! Das Problem ist, der findet in genau 20 Minuten statt! Görblingerstraße 13..."

"Was?", kreischte Bill ist Teöefon und verstummte jedoch wieder
Tracey drehte ihren Kopf zu Bill und schaute ihn skeptisch an.

"Ich meine was? Wie soll ich denn in 20Minuten dahin kommen? Außerdem, was mach ich mit meinem Date?"

"Denkst du ich hab mir den Termin ausgedacht? Okay, hab ich... aber wie auch immer! Komm ja püntklich, Bill! Sonst knallt's!! Bis dahin... Tschüssi, Hunnybunny..."

Klack, aufgelegt. Bill klappte zörning sein Telefon zusammen und ließ es wieder in seine Hosentasche gleiten.
Okay, er musste Tracey jetzt also klar machen, dass es gehen muss. Na geil, die denkt doch bestimmt, dass er sie beschissen findet, oder so...

Mit einem wehleidigen Lächeln auf den Lippen drehte Bill sich wieder seinem Schmetterling zu.

"Können wir weiter?", fragte dieser mit lieblicher Stimme und stand von dem wackeligesn Stuhl auf. Bills Lächeln wurde sogleich eine Spur wehleidiger.

"Ehm, es ist so... ich hab doch 'ne Band... jedenfalls haben wir gleich ganz kurzfristig einen Termin mit einer Plattenfirma und es ist echt wichtig, dass ich da auftauche! Und..."

"Achso... das ist okay, Bill. Wirklich..."

"Echt?"

"Ja klar... ich muss eh gleich wieder arbeiten..."

"Oh! Okay...tut mir trotzdem leid..."

"Mach dir kein Kopf..."

"Hm... wann sehen wir uns denn wieder?"

Tracey machte ein nachdenkliches Gesicht, zog sich ihre Strickjacke über und schüttelte ihr Haar ein wenig.

"Am Samstag... um halb 11 in der Stadtbibliothek... bis dann, ich freu mich!"

Und schon ging das Mädchen den Asphaltweg entlang, gegen die Sonne, so dass man nur ihren Umriss erkennen konnte. Bill schüttelte ungläubig den Kopf, lachte leise auf, ehe er sich in die andere Richtung drehte und zum Ausgang des Zoo's sprintete...

1.2.08 14:51


Die Beiden Jugendlichen schlenderten im Licht der brennendes Sonne den Asphaltweg entlang und überquerten einen kleinen Hügel. Neben ihnen reihten sich die Tierkäfige, doch um diese kümmerten sich mittlerweile weder Bill noch sein Schmetterling.

Neben einem großen Gehege, in dem sich Pinguine befanden war eine Holzbude aufgebaut. Die Beiden gingen zu dem großen Fenster und schauten interessiert die Eiskarte an. "Was willst du für ein Eis?", fragte Bill das Mädchen und studierte nebenbei eifrig die verschiedenen Sorten.

"Ehm...", machte Tracey neben seinem Ohr und schien genauso unentschlossen zu sein, wie Bill, welchen eine Gänsehaut überkam. Traceys Atem an seinem Hals fühlte sich an wie ein Seidentuch, welches man langsam über seine Haut wandern ließ...

"Ich weiß nicht... Erdbeere oder Himbeere...", flüsterte das Mädchen, eher für sich, als für Bill gedachte, doch der hörte dies natürlich trotzdem. Bills Hand glitt in seine Hosentasche, wo er auf etwas Hartes stieß. Flink fischte er die Münzen hinaus und überflog, wie viel Kleingeld er noch hatte.

"Was darf es denn für Euch sein?", fragte die Verkäuferin in just diesem Moment höflich. Tracey druckste ein wenig rum und versuchte sich auf der Stelle zu entscheiden, doch Bill ließ sich nicht beirren und ging einen Schritt vor.

"Wir hätten gerne 2Eistüten... einmal Erdbeer- und einmal Himbeergeschmack." "Das macht dann 3,60€." Bill legte Zwei 2Euro Stücke auf die Ablage und ließ ein knappen "stimmt so" hören.
Die Verkäuferin lächelte Bill dankbar an und zauberte binnen weniger Sekunden 2 Softeistüten, welche sie Bill hinhielt. Dieser nahm diese entgegen und hielt sie dann seinen Schmetterling unter die Nase, welcher ihn nur total verdattert anstarrte.

"Na probier und entscheide dann...", klärte Bill Tracey breit grinsend auf. Innerlich war er total verunsichert und fragte sich, was das Mädchen denn nun vom ihm dachte. Das Mädchen kapierte. Ein Lächeln schwang sich auf ihre Lippen. Ohne den Blickkotakt zu Bill zu unterbrechen beugte sie sich nach Vorne und kostete als Erstes von Erdbeereis.
Lassiv leckte sie das Eis von den Lippen, schloß genießersisch ihre Augen und gab einen "mhm..."-laut von sich.

Bill musste sich stark zurückhalten, doch er grinste nur weiterhin und überließ dem Mädchen die Entscheidung der Eissorte.

"Mhm.. das schmeckt schon mal seehr lecker...", erzählte sie Bill und wiederholte genau das selbe jetzt mit dem Himbeereis. Diesmal hatte sie ihre Augen noch länger geschlossen. Bill fragte sich, ob sie das mit Absicht machte und biss sich auf seine Unterlippe.

Tracey öffnete ihre strahlend blauen Augen, legte ihren Kopf schief und starrte Bill an.

"Ich weiß es nicht... magst du nicht entscheiden?", fragt sie zuckersüß strich mit ihrem Finger durch das Himbeereis und hielt ihn Bill hin.
Dieser zögerte erst leicht, doch küsste das Eis schließlich von ihrem Finger. "Mhm...", machte er und nickte anerkennend. Tracey grinste, strich sich eine wild gewordene Haarsträhne aus dem Gesicht und beugte sich noch einmal zum Erdbeereis hinunter und daran zu kosten. An ihren Lippen haftete noch etwas. Bill kicherte in sich hinein.

"Darf ich?", fragte er nur und binnen weniger Sekunden lagen auf einmal seine Lippen auf ihren... 

1.2.08 00:32


 Dem Mädchen fuhr ein wohliger Schauer über den Rücken. Der warme Blick von Bill ließen ihre Knie weich werden und sie begann zu Lächeln.

Bills Finger wanderten kurz liebevoll ihren Hals hinab und hinterließen dort eine feine Gänsehaut.

"Schau mal, die beiden Streifenhörnchen dort. Die scheinen sich echt gern zu haben.", grinste er und zeigte mit seinem Zeigefinger durch die Glasscheibe auf zwei kleine Tierchen, die eng zusammen auf einem Ast saßen.

Tracey musste lächeln. "Ja, stimmt. Die sind echt süß miteinander..." Ein wenig Wehmut lag in ihrer Stimme, als sie die beiden kleinen beobachtete. Der größere von ihnen lauste dem kleineren mit seinen Forderpfoten liebevoll durchs Fell.

Automatisch streifte Bill seinem Schmetterling mit den Fingerspitzen durch die Haare, wickelte eine dünne Strähne darum und ließ sie wieder auf ihre Schultern fallen. Das Mädchen konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Sie standen noch lange da und beobachteten die kleinen Tiere, die aufgewühlt und niedlich in ihrem Gehäge rumtollten und sich gegenseitig ärgerten.

Auf Bills Haut hatte sich ein leichter Schweißfilm gebildet und sein Shirt klebte eng an seinem Oberkörper. Hier drin kam man sich vor, als steckte man in einer Sauna, die gerade angemacht worden wäre. Er leckte sich kurz über die Oberlippe, was seinen Zungenpiercing für einen Moment im Schein der Sonne, der durch das kleine Fenster fiel, aufblitzen ließ.

Traceys Blick fiel auf ihren Begleiter. So wie er da stand; die Hände in seinen Hosentaschen vergraben, die Haut leicht glänzend durch die Luftfeuchtigkeit und seine Lippen, über die er im Minutentakt drüber leckte, um sie ein wenig anzufeuchten. Sie musste schmunzeln. Er war unheimlich attraktiv und anziehend.

"Gehen wir ein Eis essen? Hier drin wird es langsam... warm." Sie riss Bill aus seinen Gedanken, welche schon lange nicht mehr bei den Streifenhörnchen waren.

"Na klar. Ich lad dich ein!", grinste Bill, legte beschützend einen Arm um ihre Schulter und ging mit ihr raus aus dem Häuschen, weiter zur Eisdiele.

Ihr Arm schlang sich um seine schmale Hüfte. Wie füreinander geschaffen...

20.12.07 03:35


Kapitel 3 ~ "Ich zeig dir mein' Lieblingsort..."

Das Mädchen ignorierte Bills Frage. Sie musste ja nicht schon alles verraten... Also schmiegte sie sich einfach noch etwas an ihre Begleitung und machte sie auf den Weg. Die Zwei Jugendlichen spatzierten die Wege entlang, blieben hier und da an einem Tergehege stehen und schauten sich die Tiere an.

"Was ist dein Lieblingstier?", fragte der Schmetterling  den Jungen interessiert, als sie gerade bei den großen Elefanten standen.

Bill sah zu dem Mädchen runter, überlegte kurz und grinste dann. "Affen... und deine?"

Tracey huschte ein Grinsen auf die Lippen. Sie machte ein Nachdenkliches Gesicht, obwohl sie genau wusste, was sie antworten würde. "Ich... würde es dir lieber zeigen...", kicherte sie und grinste Bill frech an.

Bill war so fanziniert, als ihm mal wieder auffiel, wie unendlich hübsch dieses Mädchen war, dass er fast vergessen hätte ihr zu zunicken.

Es hatte ihr Gesicht studiert. Der Wind wehte ihr einige ihrer langen blonden Haare, welche heute erstaunlich glatt waren, frech ins Gesicht. Ihre braunen Augen waren heute dunkel und rauchig geschminkt und ihre Lippen glänzten, überdeckt von Lip Gloss.

"Okay... komm einfach mit... ich führ dich hin!", erklärt sie Bill und dieser nickt wiedr schweigend. Viel zu sehr genießt der Junge den Klang dieser Engelsstimme, als dass er sie unterbrechen würde oder durch seine Eigene aus seinem Gedächtnis streichen.

Die Beiden spazierten weiter und kamen schließlich an einem Häuschen an. "Da drinnen?", fragte Bill das Mädchen verwirrt, welche nur nickte und voran ging. Bill blieb wohl nichts anderes übrig, als ihr hinterher zu gehen... doch er musste zu geben, dass sooft er auch schon im Zoo war, er dortdrinnen noch nie gewesen ist.

Es war eine tropische Atmosphäre, die hier in dem Häusschen herrschte. Bill fühlte sich gleich wohl. Er ging zu seinem Schmetterling, stellte sich hinter sie und suchte hinter dem Fenstern nach einem Tier.

"Siehst du es?", durchbrach die Stimme des Mädchen die Stille. Es war als würde man man ein Seidentuch in ein Wasserbecken tauchen. So zart...

"Nein... was ist es denn?", fragte Bill und suchte das ganze Gehege ab, doch er konnte nichts entdecken und erkennen.

Tracey hob ihren Arm und zeigte auf einen Baum. "Dort...", hauchte sie und jetzt sah Bill es auch. Dort saß etwas, das aussah wie ein kleiner Affe, jedoch mit einem viel größeren Schwanz. Es war außerdem viel kleiner, zierlicher und hatte einen kleinen süßen Kopf, mit einer Stupsnase. Das, was dort auf den Baum saß, war ein Streifenhörnchen. Und jetzt, wo er dieses sah, erkannte er gleich mehrere.

"Sind sie nicht süß??", quiekte Tracey fröhlich und drehte sich zu Bill um. Bill sah ein Flackern in ihren Augen und musste lächeln.

"Hier drinnen, bei den Streifenhörnchen bin ich am Liebsten... Hier ist kaum jemand drinnen.. und ich liebe es, wie die Kleinen immer rum krabbeln... sie sind so flink, schnell und weichen allem und jedem aus. Außerdem sind sie total niedlich... Das ist mein absoluter Lieblingsort...", sprudelte es aus dem Mädchen und als sie fertig war, schaute sie verlegen auf den Boden und wurde rot um die Nase. So viel wollte sie eigentlich gar nicht erzählen... das zerstörte doch nur diese reizende Atmosphäre.

Doch Bill musste umso mehr Lächeln und hob ihr Kinn mit Zwei Fingern an, so dass sie ihm wieder in die Augen sah.

"Es ist wunderschön hier...", lächelte er sie an. 

16.12.07 22:24


Bill schlief diese Nacht sehr schlecht. Dauernd träumte er von dem entsetzten und angstvollen Gesicht des Schmetterlings und als er zum sechsten Mal in dieser Nacht aufwachte, schlug er die Decke nach hinten und stand genervt auf. Im Dunkeln tastete er nach seinem Shirt, welches er gestern Abend achtlos auf den Boden vor sein Bett geworfen hatte und zog es sich über.

Bewaffnet mit Zigaretten und einem Feuerzeug schlich er sich auf den kleinen Balkon und die kühle Nachtluft schlug ihm entgegen, umhüllte ihn und ließ ihn für einen Moment alles vergessen. Dann zündete er sich eine Zigarette an, atmete den blaugrauen Rauch tief ein und lehnte sich mit dem Rücken an das Geländer. Hinter ihm ging gerade die Sonne über dem kleinen Dorf auf und spiegelte sich in dem Fenster wieder.

Heute würde er sie wieder sehen. Sie; den Schmetterling. Unwillkürlich musste er lächeln.

*~*

Erneut schaute er auf die Uhr, hüpfte von dem einen Bein aufs andere und drehte sich einmal um sich selbst. Leute liefen an ihm vorbei, viele hatten kleine Kinder an der Hand die begeistert auf den Eingang des Zoos zeigten, doch trotzdem konnte er sie nirgends entdecken.

Seufzend ließ er sich auf eine Bank nieder, schloss die Augen und genoss die warme Mittagssonne auf seiner Haut. Hatte er sich vielleicht in der Zeit geirrt?

„Bill!“, ertönte plötzlich eine Stimme, die einem Engel glich hinter ihm und er wirbelte herum.

„Tracey!“ Er lief ihr entgegen und begrüßte sie mit einem kurzen Kuss auf die Wange.

Seine sanften Lippen streiften nur kurz ihre samtweiche Haut, doch trotzdem hörte die Welt für einen kurzen Moment auf, sich um Tracey zu drehen. Wie schön solche Berührungen doch sein konnten…

Vorsichtig legte Bill den Arm um sie, wollte nicht zu schnell sein und wollte nicht, dass sie irgendwas Falsches von ihm dachte. Doch Tracey lächelte nur und legte einen Arm um seine Hüfte.

So gingen sie zum Kassenhäuschen des Zoos. Sie sahen aus wie ein Paar, ein Paar das für einander geschaffen war. Sie sah aus wie ein Engel, ein Engel ohne Flügel und er war das einzigartige Gegenstück dazu. Sie strahlten eine Aura aus, die faszinierend war und in beiden Gesichtern war ein Lächeln zu entdecken.

Sie bezahlten ihre Eintrittskarten und stellten sich zusammen vor das große Schild, welches kennzeichnete, wo was zu finden war.

„Wo wollen wir zuerst hin?“, fragte Bill sie und wollte im Moment nirgendwo anders sein, als hier mit ihr…

9.12.07 11:10


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